Mit klassischen Kameras – egal ob es sich dabei um kompakte Knipsen oder Spiegelreflex-Modelle handelt – legt man sich beim fotografieren bereits auf den Schärfepunkt fest. Das was die Kamera gemessen, oder der Fotograf manuell als Schärfebereich festgelegt hat, befindet sich dann auch in der fertigen Datei – oder bei analogen Modellen auf dem Film.

Lytro nennt sich eine Firma, die mit ihrer Lightfield genannten Technologie die nachträgliche Festlegung der Schärfeebene erlaubt. Und diese Kameras sind nun lieferbar.

Dieser Beitrag wurde 2011 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Die Lightfield-Camera von Lytro, geisterte schon vor einiger Zeit durchs Internet – damals jedoch noch ohne konkrete Angaben der Verfügbarkeit oder gar ein erwerbbares Kameramodell. Mancher unkte schon, dass es sich dabei wohl um Vapor-Ware handeln würde, die es nie zur Serienreife oder zumindest zu einem vorführbaren Prototypen schaffen würde. Heute, einige Monate später, kann man die Lightfield-Kameras von Lytro tatsächlich vorbestellen.

Was bedeutet Lightfield Technologie?

Mit der an der Universität Stanford entwickelten Technik, wird von einem speziellen Kamerasensor das komplette „Lichtfeld“ aufgenommen, also alles Licht, dass von einem Objekt in jede Richtung ausgeht. Dieser Sensor wir auch nicht in Megapixeln angegeben, was ja nur eine 2-dimensionale Angabe ist, sondern in Mega-Ray. Die Lytro Kamera hat derzeit einen 11 Mega-Ray Sensor.

Lytro Lightfield-Technologie

Worüber man sich auf der Lytro-Website ausschweigt ist die Auflösung in Megapixeln, die man damit letztendlich im 2-dimensionalen Bild erreichen kann. Lediglich von HD-Qualität wird gesprochen.

Dass mehr Bildinformationen als bei einer klassischen Digitalkamera erfasst werden, zeigt schon die Angabe der möglichen Fotos, die auf den fest eingebauten Speicher der Lytro Platz finden. So kann man auf dem kleinsten Modell mit 8GB Speicherplatz gerade mal 350 Bilder aufnehmen, was einem Speicherbedarf von gut 23 Megabyte pro Bild entspricht.

Die drei Lytro Lightfield-Camera Modelle

Die Lytro bekommt man zukünftig in 3 Ausführungen: Ein blaues oder schwarzes Modell mit jeweils 8GB Speicher für 399$ oder ein rotes Modell mit 16GB Speicher.

Ansonsten sind alle Modelle gleich ausgestattet. Eine Linse mit Lichtstärke f/2 und ein optischer 8-fach Zoom wird geboten, ebenso wie ein nur 1,46 Zoll (33mm) kleiner Touch-Bildschirm.

Lytro Lightfield Kameras

Überhaupt bricht die Lytro mit allen bekannten Kameradesigns. Durch die aufwändige Optik in der Lytro, ist eine tiefe Bauweise erforderlich und so sieht diese neuartige Kamera eher wie ein Bauklotz, als eine ergonomisch geformte Kamera aus. Dafür besteht die Kamera aus leichtem bebürsteten und anodisierten Aluminium. Angetrieben wird die Kamera von einem eingebauten Li-Ionen Akku.

Damit bringt die Lytro bei 41 x 41 x 112mm Abmessung, ordentliche 214 Gramm auf die Waage.

Ist die Lightfield-Technik revolutionär ?

Eine gute Frage, die ich eigentlich an dich weitergeben möchte! Das Konzept dahinter ist absolut faszinierend. Erst später den Schärfepunkt festlegen, oder evtl. sogar die ganze Schärfentiefe manipulieren zu können ist schon revolutionär, ist doch doch eines der wichtigsten Gestaltungselemente in der Fotografie.Die Beispiele HIER (Adobe Flash erforderlich) zeigen das deutlich, wenngleich auch noch insgesamt etwas unscharf.

So lange es sich aber auf die jetzt vorgestellte Lytro-Kamera beschränkt, wird die Technik wohl nicht in der breiten Masse angekommen. Sollte es die Lightfield-Technik jedoch auch in „normale“ Kameras schaffen, wäre das ganz sicher eine Revolution in der Fototechnik, denn Lightfield-Technik bedeutet, dass man nicht mehr fokussieren muss – dadurch könnten Kameras schneller werden.

Die Lytros werden ab Anfang 2012 erhältlich sein. Vorbestellungen sind schon jetzt möglich.

4 Responses

  1. Kenny-Pool

    Eine „Revolution“ in der klassischen Fotografie wirds sicherlich nicht werden, da ja die klassischen Fotografen schon beim Auslösen wissen wie das Foto zu sein hat und das dann auch so knipsen.

    Ich seh für mich, der eher dem Bereich EBB zugetan ist, die Vorteile darin eine Unnatürliche Höhe Durchschärfung in allen Bereichen eines Bildes zu durch Stiching erzeugen zu können, ohne mehrfache Aufnahmen machen zu müssen (was ja bei Bewegten Objekten dann schon nicht mehr geht).

    Auch ist klar das schöne Komposings mit den verschiedenen Schärfebereichen dann machbar sein werden (aus einem Bild heraus).

    Es wird aber sicherlich noch dauern bis die Technik, gerade die Qualität der Schärfe, hoch genug ist um es auch effektiv, oberhalb des Consumerbereiches einsetzen zu können.

    Aber Grundsätzlich ne schöne Spielerei 🙂

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  2. fotocabana

    Sehr nette Erfindung, doch ist mir bei manchen Bildern in der Gallery aufgefallen so richtig scharf bekommt man es nie .
    Aber ich könnte mir das als Webspielerei bei Produktfotos gut vorstellen . Cool das du es gefunden hast

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  3. Blui

    Von der Idee her nett aber meiner Meinung nach mehr eine Spielerei. Macht zwar Spaß mit den Schärfebereich zu spielen wenn man mal gucken will was im Hinter- oder Vordergrund passiert ist aber einen wirklichen Consumer-Nutzen sehe ich darin nicht. Zumal die ja wie schon erwähnt nicht wirklich scharf sind.

    Mag sein das Profis die ganze Sache nutzen um bei ihren Bildern den Fokus zu korrigieren aber dafür sitzt man dann noch länger vor der Kiste.

    Denk das wird mehr ein Nischenelement.

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  4. AndrË

    Das wäre eine Revolution, ohne Frage. Ein müssen noch ein paar Parameter geklärt werden, wie z.B. die Belichtungszeit, Auflösung etc., doch der Vorteil wäre, grade im Konsumerbereich, enorm.
    Für mich ist die Schärfe/Unschärfe eine der größten Gestaltungselemente – neben der Geometrie im Bild – der Fotografie.
    Bin wirklich gespannt, was da kommt.

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