Mein System läuft nun auf Basis des 64-Bit Microsoft Vista Ultimate. Ich möchte das einmal zum Anlass nehmen, Dir meine positiven Erfahrungen mit dieser Konfiguration zu schildern. Photoshop CS4 und 64-Bit Vista Adobe bietet seit einiger Zeit 64-Bit Versionen von allen Anwendungen an, allerdings bislang nur für Windows-Nutzer. Bei Photoshop CS4 beschränkt sich der Vorteil […]

Dieser Beitrag wurde 2009 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Mein System läuft nun auf Basis des 64-Bit Microsoft Vista Ultimate. Ich möchte das einmal zum Anlass nehmen, Dir meine positiven Erfahrungen mit dieser Konfiguration zu schildern.

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Photoshop CS4 und 64-Bit Vista

altAdobe bietet seit einiger Zeit 64-Bit Versionen von allen Anwendungen an, allerdings bislang nur für Windows-Nutzer. Bei Photoshop CS4 beschränkt sich der Vorteil der 64-Bit Umgebung auf die Nutzbarkeit des gesamt verfügbaren RAM-Speichers. Ich habe mir mal die Demo-Version des 64-bittigen Photoshop CS4 installiert (da ich bislang noch die CS3 habe, die aber nur in einer 32-Bit Version verfügbar ist).

Während XP und Vista in den 32-Bit Version nur max. 3GB RAM für eine Applikation nutzen können, steht hier der gesamte, verbaute RAM-Speicher zur Verfügung. Leider lastet Photoshop CS4 bislang aber auch nur 2 Kerne eines Quad-Cores aus. Die beiden anderen tümpeln lustlos vor sich hin. Bei manchen Aktionen wie z.B. der Umwandlung von Fotos als HDR oder Panorama werden jedoch alle Kerne belastet. Seltsam …

altDer Photoshop-Benchmarktest ergibt einen Gesamtwert von 196 Sekunden. Den gleichen Test führte ich vor einigen Wochen unter Vista 32-Bit durch und hier kam ich auf einen Wert von 250 Sekunden. Wenn man die Liste vergleicht fällt auf, dass hier Dualcore-CPUs scheinbar deutlich besser skalieren, als Quadcore-Prozessoren.

Die 64-bittige Plattform zeigt aber offensichtlich deutliche Geschwindigkeitsvorteile beim Photoshop CS4. Adobe selbst gibt hier übrigens einen Leistungsvorteil von 8-12% gegenüber Vista 32-Bit an.

Allerdings muss ich auch feststellen, dass auch die OpenGL-Unterstützung von Photoshop CS4 sehr viel zur „gefühlten“ Performance beiträgt.

Lightroom 2.3 und 64-Bit Vista

Gleich vorweg: Lightroom profitiert von der 64-Bit Umgebung ungemein. Viele beklagen sich, dass Lightroom besonders träge reagiert, wenn der neue Korrekturpinsel ins Spiel kommt.

Hier muss man ganz klar sagen, dass Lightroom 2.3 eine aktuelle Hardwareplattform fordert. Mit einem P4 macht es keinen richtigen Spaß mehr. Anders als Bruder Photoshop lastet Lightroom alle Kerne des Quadcore bis zum Limit aus und kann auch den verbauten RAM-Speicher gewinnbringend für sich nutzen.

Lightroom reagiert in der Konfiguration INTEL Quad Core 9650, 4GB DDR3 1333 RAM von TakeMS und der INTEL X25 SSD sehr agil und es macht einfach noch mehr Spaß damit zu arbeiten. Mein derzeitiger Katalog besteht aus 28.000 Fotos und ich kann keine Spur von Trägheit feststellen.

Die Konvertierung von 20 Nikon RAW-Fotos mit 12MP, welche recht stark mit Korrekturpinsel etc. bearbeitet waren, dauerte genau 35 Sekunden. Dabei wurde ins JPEG-Format mit 75% Qualität, max. 1500 Pixel Kantenlänge und normaler Schärfung exportiert. Die gleiche Anzahl an JPEG-Fotos wurde in 19 Sekunden umgewandelt.

Nikon Capture NX2 und 64-Bit Vista

altNikon’s Capture NX haftet seit jeher der Ruf einer gewissen Gemächlichkeit an. Tatsächlich ist Capture NX2 auf in der aktuellen Version 2.2.1 gewiss kein Rennpferd. Zwar läuft NX2 nun auch auf 64-Bit Systemen stabil, es ist aber selbst nur eine 32-Bit Anwendung.

In der Praxis zeigte sich, dass NX2 nur etwa 2,8 GB RAM für sich nutzen kann, allerdings alle Kerne der CPU auszulasten vermag.

Treiber- und Kompatibilitätsfragen

Beim Theme Bildbearbeitung ist die Frage nach 64-Bit Treibern meist unproblematisch. Für die Farbkalibrierungsgeräte aus der Spyder-Serie der Firma Datacolor gibt es 64-Bit Treiber, ebenso für Grafiktabletts von Wacom. Auch für den Royaltek RGM-3800 GPS-Logger sind zwischenzeitlich 64-Bit Treiber verfügbar.

Wer seine Kamera direkt an den Rechner anschließt braucht auch keine Befürchtungen haben, denn diese wird ohnehin als Wechseldatenträger erkannt und benötigt keinen Treiber.

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Anders sieht die Sache jedoch bei Photoshop-Plugins aus, denn hier muss das Plugin auch die 64-Bit Umgebung unterstützen. Beim von mir eingesetzten Rauschfilter NoiseWare ist das der Fall, aber nur bei der „Professional“ Variante.

Die beliebten NIK-Plugins wie DFine oder Color Efex Pro sind hingegen nicht mit der 64-Bit Version von Photoshop kompatibel.

Der Ausweg führt über die 32-Bit Variante von Photoshop CS4, welche sich parallel zur 64-Bit Version unter Vista 64-Bit installieren lässt und in der die meisten 32-Bit Plugins dann auch wieder nutzbar sind – allerdings wieder mit der Einschränkung auf max 3GB RAM etc.

Fazit

Die 64-Bit Variante von Vista, gepaart mit den passenden 64-Bit Anwendungen führt zu einem deutlichen Performancevorteil bei der Bildbearbeitung. Alles fühlt sich nicht nur schneller an, es ist auch tatsächlich schneller.

Den 64-Bit Vorteil bei den Adobe-Anwendungen können bislang nur Windows-Nutzer genießen, denn für Mac OSX sind bislang noch keine 64-Versionen verfügbar. Grund ist laut Adobe hier Apple’s Umstieg von der Carbon-Technologie zu Cocoa. Künftige Versionen sollen jedoch auch für den Mac als 64-Bit Versionen verfügbar sein.

Wer sein System nicht nur zur Bildbearbeitung, sondern auch für andere Anwendungen einsetzt – und das werden die meisten unter uns sein – sollte jedoch vorher prüfen, ob für die eingesetzte Peripherie auch 64-Bit Treiber verfügbar sind.

32-Bit Software ist unter 64-Bit Vista hingegen meist unproblematisch, kann aber natürlich auch nicht von den Vorzüge dieser Umgebung profitieren.

Für mich ist der Umstieg auf Microsoft’s Vista 64-Bit auf jeden Fall die sehr positive Seite meines Hardware-Crashs.

Was 64-Bit Vista dem Musiker bringt, erzähle ich demnächst in einem weiteren Beitrag.

Welche Plattform setzt Du ein und welche Erfahrungen hast Du damit gesammelt? Gab es Probleme oder bist Du rundum zufrieden?

Meine aktuellen Erfahrungen kannst Du auch brandaktuell auf Twitter verfolgen!

Links:

Vor- und Nachteile von Photoshop 64-Bit (adobe.com)
64-Bit Infos in der Adobe CS4 FAQ

9 Responses

  1. Dietrich Rüger

    Hallo Markus
    Ich weiß nicht, ob ich Dich richtig verstehe. Also:
    Besser gar keine *.nef an der Kamera einstellen und dafür *.jpg (fine) ? Ist das so richtig?
    Und dann habe ich Capture NX2 jetzt noch mal auf einen vista32bit Rechner installiert. Auch da wieder der gleicher Fehler (Programmabbruch bei Stapelverarbeitung von nef nach jpg). Also, an den 64bit liegt es wahrscheinlich doch nicht. Aber ich werde mich trotzdem von NIKON Capture verabschieden. Das Programm entspricht absolut nicht den Anforderungen einer praktischen und sinnvoll gestalteten Bildbearbeitung. Die Enttäuschung bleibt.
    (muss jetzt noch über 1000 Bilder von einer Nepalreise von nef nach jpg konvertieren — ufff).
    Gib mir freundlicherweise noch einen Tipp zu Lightroom. Ich kenne das Programm noch nicht.
    Herzlichen Dank, und hoffend, NIE MEHR mit CAPTURE NIKON arbeiten zu müssen.

    Dietrich

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    • Markus

      Man muss einfach mal die Kirche im Dorf lassen: Moderne Kameras belichten sehr zuverlässig und haben einen zuverlässigen Weißabgleich. Die Vorteile, welche RAW noch vor wenigen Jahren hatte, schwinden mehr und mehr. Meiner Ansicht nach hat man keinen Vorteil mehr bei RAW-Fotos, außer es handelt sich um sehr schwierige Lichtsituationen. Ich war ein großer Verfechter des RAW-Workflows, als ich noch mit D70 und D200 fotografiert habe. Nun sind eben mehr als 90% aller Bilder im JPEG-Format. Und auch hier stecken noch Reserven zu Korrektur drin.
      Wenn man seine Kamera auch nur einigermaßen im Griff hat, braucht man kein RAW-Format mehr und den Rest erledigt Lightroom.

      Wenn du mehr über Lightroom wissen möchtest, brauchst du nur mal hier klicken: http://nachbelichtet.com/category/fotografieebv/photoshop/

      Es ist halt diese „Ich will mir immer alles bis zum Schluss offenhalten“ Syndrom. Vielleicht hilft dir auch dieser Beitrag ein bisschen weiter, oder lässt dich zumindst besser verstehen, was ich meine …

      http://nachbelichtet.com/2008/07/11/nur-nicht-festlegen/

      Antworten
  2. Dietrich Rüger

    Hallo Markus,
    Sagen wir lieber „Verzweiflungs-Ausdrücke“ – denn ich hatte nicht erwartet, dass sich NIKON so aus der Affaire zieht und einfach sagt: NÖÖÖ – CaptureNX gibt es nur für 32bit.
    Aber, is so !!! Lt. Nikon selbst. Und auch nicht darauf zu hoffen, dass es mal bei 64bit landen wird.
    Wenn ich meine Bilder von .NEF-Format in JPG.Datei transformiere ist Ende. Zuerst war das nach 100 Bildern, dann nach 20, jetzt schon nach 2 Bildern. DAMIT ENDE.
    Wie soll aber einer verfahren, wenn er in .NEF aufnehmen will und dann eine Kopie für weitreichendere Verwendung nach .JPG machen will?
    Keine Ahnung – jedenfalls nicht mit NX2.
    Auch in ViewNX gibt es bei .NEF Bildern nach ca. 80 Aufnahmen in der Diashow ein Ende. Irgendwas passiert, dass die Speicher nicht wieder leergeräumt werden und dann ist es aus.

    Ich weiß nicht. Habe mein NX2 von NX per upgrate aufgestockt (brauch ich ja wegen der D90) – alles auf einen neuen superschnellen Quad mit 8GB.
    Aber Schei….. (wieder so ein schlimmes Wort).

    Für mich jedenfalls ist das ‚Gute(schlechte) Nacht – NIKON‘.
    Glaube auch nach wie vor, wenn es irgendwo bei irgendwem läuft, ist das REINER ZUFALL !

    herzlichst, Dietrich

    Antworten
    • Markus

      Einfache Lösung? Lightroom! Den ganzen Käse zur RAW-Bearbeitung von NX braucht man doch ohnehin nicht und mit Lightroom bekommt man zudem eine wirklich komfortable Bildverwaltung. Der Anteil der RAW-Fotos meiner Shootings liegt mittlerweile bei unter 10%. Warum? Die kamerainterne JPEG-Konvertierung der D90/D300 etc. ist so gut, dass man eine bessere Bildqualität mit weniger Rauschen erhält.

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  3. Dietrich Rüger

    Hallo, an die Freude, die immer noch glauben, dass NIKON CAPTURE NX2 mit vista64 läuft.
    ES LÄUFT ÜBERHAUPT NICHTS.
    Im Gegenteil. Capture macht bei der Installation keine Anzeichen, dass es nicht will, aber dann in den Anwendungen kommt es vollkommen willkürlich immer wieder zum totalen Zusammenbruch und „… aus Gründen eines Problems wird Capture abgebrochen – wenn (irgendwann!!!) mal eine Lösung bekannt ist, werden wir Sie informieren“

    … hätte ich lieber die Hände von NIKON und von CAPTURE gelassen. Wenn man bedenkt, dass dieses eine sog. „WELTFIRMA“ ist …
    Auch der NIKON-SERVICE zeigt kein Interesse, irgendwie das Problem zu lösen. Von dort kommt die mail-Antwort: „NIKON beabsichtigt auch nicht in naher oder ferner Zukunft eine 64bit Version von Capture zur Verfügung zu stellen“.

    … MIR REICHT ES JEDENFALLS …

    Antworten
    • Markus

      Ich habe den Kommentar etwas von Kraftausdrücken befreit, kann aber nur sagen: Capture NX2 läuft sehr wohl und einwandfrei auf Vista 64bit Systemen. Bislang konnte ich auch noch keinerlei Abstürze o.ä. verzeichnen. Ein Rennpferd war Capture NX noch nie und das ist es auch unter 64bit nicht. Man kann aber trotzdem gut damit arbeiten.

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  4. Tom

    Ein Problem sind immer noch die RAW-Codecs. Ich konnte bisher weder von Adobe (DNG) noch von Canon (CR2) 64Bit Versionen bekommen. Einziger Ausweg scheint der Kauf der ArdFry-Codecs zu sein – traurig.

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  5. wax

    Ah, da ist der Bericht. Sehr umfangreich, dankesehr. Ich werde vor Windows 7 mein System wohl erstmal nicht wechseln, aber gut zu wissen welche Vor- und Nachteile so ein 64Bit System hat.

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