Egal ob man seinen Hausrat bei Ebay verchecken möchte, Produktbilder für den Blog benötigt oder einfach einen neutralen Hintergrund für seine Fotoexperimente braucht, man kommt nicht um eine Hohlkehle herum. Diese ermöglicht einen fließenden Hintergrund, der das zu fotografierende Objekt isoliert. Zwar gibt es allerlei Desktopstudios, die eine solche Hohlkehle mitliefern, diese kosten allerdings immer recht viel.

Ich möchte euch eine flexible, portable und vor allem preiswerte Lösung zeigen, die ich mir in den letzten Tagen überlegt habe.

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Dieser Beitrag wurde 2008 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Für nicht einmal 5 Euro bekommt ihr eine Hohlkehle in weiß und schwarz, die sich in 5 Minuten bauen lässt und in dann in einer Minute aus jedem Tisch ein Desktopstudio für ordentliche Produktfotos macht.

Die Einzelteile des DIY-Studios

Was ihr dazu benötigt ist:

Die Kanthölzer können auch etwas andere Maße haben, wichtig ist, dass sie nicht dicker als 10mm sind, damit es, zusammen mit dem Karton noch in die Klemmen passt. Das dünnere Kantholz sollte möglichst leicht und trotzdem noch stabil sein. Für das untere Kantholz kann man wahlweise auch eine Aluschiene nehmen. Die Foldback-Klammern bekommt ihr praktisch überall, wo es Bürobedarf gibt. Büroartikelhändler geben die Klammern auch oft einzeln ab, die Dinger sind aber ziemlich praktisch, sodass es nichts macht, wenn man ein paar mehr davon hat.

Kanthölzer und Foldbackklammern

 

Den Farbkarton gibt es in Bastelgeschäften und auch oft in Baumärkten, die eine Bastelabteilung haben. Diese Bögen sind recht stabil und kosten meist etwa einen Euro. Sie werden in den unterschiedlichsten Farben angeboten, so dass man hier seiner Kreativität freien Lauf lassen kann – es muss ja nicht immer weiß oder schwarz sein.

Das Kantholz für die Unterseite muss nicht zwingend gekürzt werden. Ein längeres Stück ist gleichzeitg schwerer, was der Stabilität dient. Das Kantholz für die Rückseite der Hohlkehle kürzt ihr auf die Breite des Kartons – in meinem Fall 68cm.

Nun wird der Nylonfaden an die Foldbackklammern geknotet. Zwischen den Klammern sollten 55cm Faden sein, dies ist hat sich bei meinen Versuchen als ideale länge herausgestellt. Natürlich geht auch ein anderes Stück Schnur, allerdings hat der Nylonfaden den Vorteil, dass er sehr stabil und praktisch unsichtbar ist und damit auch keinen Schatten wirft.

Aufbau der Rückseite

Für den Aufbau wird das breiter Kantholz und die Unterseite des Kartons, an den Außenseiten links und rechts mit einer Foldback-Klemme zusammengehalten. Dann die andere Foldback-Klemme wird zusammen mit dem kleineren Kantholz im oberen Drittel des Kartons festgeklemmt. Die Form der Hohlkehle kann durch die Position der oberen Klemmen bestimmt werden. Die ganze Konstruktion ist recht stabil und balanciert sicht selbständig aus, kann aber z.B. durch eine Schraubzwinge auch nocht am Tisch fixiert werden.

Seitenansicht

Einen sehr weichen Schattenverlauf bekommt ihr, wenn ihr euer Blitzgerät gegen die Zimmerdecke blitzen (bouncen) lasst, diese sollte allerdings weiß sein, da euer Motiv sonst einen Farbstich bekommt. Natürlich könnt ihr auch direkt blitzen.

Die Hohlkehle von vorne

Beleuchten könnt ihr natürlich auch mit Dauerlicht. Hier eignen sich die Lampen aus dem DIY-Normlicht-Projekt sehr gut.

 

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12 Responses

    • Markus

      Da misst deine 400 D wohl die weiße Fläche und belichtet danach. Entweder manuell belichten (macht man ja normalerweise bei Studioaufnahmen immer) oder die Belichtungskorrektur auf +2 dann sollte es besser werden.

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  1. Markus

    Nein, Karton geht ganz bestimmt nicht, da er nicht die nötige Stabilität bei geringem Gewicht mitbringt. Der „Bastelaufwand“ bei dieser Lösung ist wirklich minimal und tendiert ja schon gegen Null. Die Leisten werden dir im Baumarkt meist kostenlos zugeschnitten und die kleine 5x15mm Leiste bringt man sogar mit einem Teppichmesser durch. Ansonsten muss man nur noch einen Knoten machen können …

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  2. derfototim

    Interessant… und bestimmt nachbaufähig. Wobei ich mich gerade frage, ob man vllt. statt der Hölzer einfach n Karton nehmen und entsprechend aufschneiden kann… das wär weniger Bastelarbeit..

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  3. Jenö

    Wow, eine klasse Idee: unkompliziert, preiswert und mobil. Daß da noch nicht eher jemand draufgekommen ist…
    Danke daß Du die Idee weitergibst!

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  4. Markus

    Deine DIY-Projekt ist auch sehr interessant! Mich hat es einfach aufgeregt, für jedes kleine Produktfoto einen riesen Aufriss machen zu müssen. Damit kann man schnell mal am Schreibtisch ein paar vernünftige Fotos machen. Der Rest steht und fällt mit der Beleuchtung, über die ich diese Tage auch noch ein bisschen schreiben werde.

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  5. awokenMIND

    Sehr coole und vor allem flexible Umsetzung! Die Idee mit dem Nylonfaden reduziert das Material doch um einiges. Drumherum noch ein Lichtzelt gebaut, et voila, wundervoll softe Schatten.

    Ein ähnliches Bastelprojekt habe ich vor ein paar Tagen auch gepostet (http://www.awokenmind.de/diy-lightbox/). Winterzeit ist Bastelzeit oder?! 🙂

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